Was ist Kumite?
Kumite ist im Karate eine neue Erscheinung, die sich erst im 20. Jahrhundert nach dem Vorbild der Wettkämpfe im Karate und anderen Kampfsportarten etablierte. Das traditionelle Karate kannte zuvor kein Kumite.
Der Großmeister des Karate Gichin Funakoshi hat die Versportlichung des Karate mit einer gewissen Bitterkeit gesehen, da er die grundlegenden erzieherischen Werte des Karate dadurch in Gefahr sah. Letztlich stellte er aber auf Drängen seiner Schüler erste Kumiteformen zusammen, die die Wurzel der Kumiteformen im Shotokan-Karate darstellen.
Heute wird der Karateka durch ein mehrstufiges System von Kumiteformen an den Freikampf (Jiyu-Kumite) herangeführt. Dabei ist zu beachten, dass es in den unterschiedlichen Karate-Stilrichtungen auch andere Kumiteformen gibt.
- Begonnen wird mit dem Kihon-Gohon-Kumite: Zwei Opponenten stehen sich gegenüber. Der Angreifer wird festgelegt und dieser stößt fünf Mal vor, während der Verteidiger abwehrt und rückwärts geht. Auf die letzte Verteidigungsaktion folgt noch ein Gegenangriff. Die Angriffs- und Abwehrtechniken sind hierbei genau festgelegt. Die Technik für den Gegenangriff ist in der Regel frei wählbar.
- Das Kihon-Sanbon-Kumite entspricht dem Gohon-Kumite, es erfolgen aber nur drei (San) Angriffe und Verteidigungen.
- Im Kihon-Ippon-Kumite erfolgt dann nur noch ein Angriff, unmittelbar gefolgt von Abwehr und Gegenangriff.
Fortgeschrittene Kumiteformen umfassen unter anderem:
- Jiyu-Ippon-Kumite: Es erfolgt eine Angriff-Abwehr-Gegenangriff-Sequenz in freier Form.
- Okuri-Kumite: Es erfolgt nicht nur ein, sondern mehrere Angriffe, die zunächst abgewehrt werden müssen, bevor der Gegenangriff erfolgen kann.
- Kaeshi-Kumite: Der Angreifer pariert den Gegenangriff nach einer Angriff-Abwehr-Gegenangriff-Sequenz und geht nun seinerseits zum Gegenangriff über.
- Happo-Kumite: (Von Hachi, jap., acht) Acht Angreifer stellen sich gleichmäßig verteilt um einen Verteidiger und greifen ihn (ggf. nach kurzer Ansage) an, worauf der Verteidiger mit Abwehr und Gegenangriff reagiert.
- Jiyu-Kumite: Absoluter Freikampf, bei dem weder Angriffs-, noch Abwehrtechnik vorausgesagt werden. Die Übungspartner stehen sich frei gegenüber. Meist wird der Begriff "Jiyu-Kumite" in Bezug auf einen Wettkampf im sportlichen Sinne benutzt.
Was ist Randori?
Zwei oder mehr Praktizierende einer Budo-/Bujutsu-Disziplin - so genannte Budoka - finden sich zusammen, um in meist lockerer Form, die erlernten Techniken im Randori anzuwenden und auch spielerisch zu improvisieren.
Der Lehrer (Sensei) kann Einschränkungen und Ergänzungen zum Ablauf des Randori einbringen. Er kann sowohl die Angriffstechniken, als auch die Verteidigungstechniken zu Übungszwecken einschränken. Ferner gibt es verschiedene Formen des Randori.
Etikette im Randori
Ein Randori wird von strenger Etikette bestimmt. So findet vor Beginn und am Ende eine formelle Begrüßung (Verneigung voreinander und dem Lehrer) statt. Gibt im Laufe des Randori einer der Kämpfer auf – durch Klopfen auf die Matte oder die Rufe Maitta! (jap. "Ich gebe mich geschlagen" bzw. "Ich bin besiegt"), Mate! (jap. Warte bzw. Unterbrechung) oder Yame! (jap. beenden) - , so muss der Überlegene sofort nachgeben. In manchen Dojos (vor allem in Japan) wird zu längeren Randori-Übungen rhythmische, meditative Hintergrundmusik abgespielt.
INFO
Neue Wettkampfregeln ab 2012 << LINK >>








